Unsere Leistungen

In unserer Uhrmacher- Meisterwerkstatt reparieren und restaurieren wir jede Art von mechanischen Uhren.

Alle Leistungen beziehen sich auf jede Art von Uhr. Sollten Sie Fragen zu unseren Preisen und der Reparaturdauer haben, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch oder per Kontaktformular!

Auf einen Blick:

Es kümmert sich ein Team erfahrener Uhrmacher und Restauratoren um die Reparatur, Wartung und Pflege Ihrer Wohnraumuhren und Taschenuhren.

Alle Uhren die in unser Atelier für alte & antike Uhren kommen wurden in den vergangenen Jahrhunderten gefertigt. Meist sind es Familienerbstücke, deren emotionaler Wert nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Wir freuen uns daher jeden Tag auf ein Neues, Uhren für Sie reparieren zu können.

Warum müssen Uhren „gewartet“ werden?

Mechanische Großuhren wie z.B. die Wanduhr im Wohnzimmer, die große alte Standuhr mit Westminster Chimes oder die vergoldete französische Pendule über dem Kamin funktionieren nicht selten etliche Jahrzehnte präzise und zuverlässig, so wie man sich das von einer guten Uhr erwartet. Woche für Woche werden die Uhren aufgezogen. Über die Jahre verharzt das Öl, die Zapfen nutzen sich ab und auch die Messinglager geben nach. Hierdurch entseht eine Schleifpaste, welche durch die kontinuierliche Bewegung die Abnutzung der einzelnen Komponenten nur noch beschleunigt – bis beispielsweise hin zum Bruch eines Zapfens. Durch das regelmäßige Aufziehen der Feder erschlafft auch diese über die Jahre und der Bruch der Aufzugsfeder wird immer wahrscheinlicher. Durch das Brechen der Feder wird die gespeicherte Kraft abrupt freigesetzt. Zumeist halten die Zähne dieser brachialen Auswirkung nicht stand und brechen.

Das sind nur wenige der Szenarien, die vermutlich eintreffen werden, wenn die Uhr einige Jahre nicht gewartet wurde. Wir empfehlen Uhren, die in unserer Werkstatt Instandgesetzt wurden, alle 10 bis 15 Jahre revisionieren zu lassen!

An Obszoleszens, die bewusst regulierte Mindeshaltbarkeit von technischen Bauteilen, haben die Uhrmacher deren Uhren nach Jahrzehnten, ja meist Jahrhunderten in unsere Werkstatt zur Wartung, Reparatur oder Restaurierung eintreffen, höchstwahrscheinlich nicht gedacht. Wahrscheinlich passte dieses Phänomen auch einfach nicht zum fortschrittsorientierten Denken dieser Zeit.

So ist es für uns heute um so schöner, alte und antike Uhren wieder in einen hervorragenden Zustand zu bringen. Im Folgenden erläutern wir Ihnen die unterschiedlichen Arbeitsschritte die bei der umfangreichen Instandsetzung einer „Großuhr“, oder auch „Wohnraumuhr“ notwendig sind.

Sie werden sehen, wie umfangreich und zeitaufwendig die Reparatur einer alten Uhr ist. Um die Qualität und Funktion der Uhr zu erhalten, ist jedoch jeder der Punkte ausschlaggebend.

27. Arbeitsschritte

…um Ihre Uhr in einen hervorragenden Zustand zu bringen, in dem Sie weitere Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte überdauert!

1. Ausbau des Uhrwerks

2. Zustandsprotokoll

Vorweg erfolgt ein technologischer Befund. Auffällige Fehler werden fotografisch festgehalten.

3. Das Gehäuse wird demontiert

Um Gläser, Schrauben, Applikationen und alle weiteren Gehäuseteile besser vom Schmutz, den Ölen und Fetten reinigen zu können, wird das Gehäuse in seine Einzelteile zerlegt.

4. Reinigung der Gehäuseteile

Die vergoldeten und versilberten Teile des Gehäuses werden über Nacht in spezielle Reinigungsmittel gelegt. Auch die Gewichte, Ketten und die Pendellinse werden vor der Aufarbeitung gründlich gereinigt.

5. Demontage der Zeiger und des Zifferblattes

Korrektur beschädigter Stellen am Zifferblatt, Wiederherstellen fehlender Stundenzahlen und Minuterie.

6. Zerlegen des Uhrwerks

Während das Uhrwerk zerlegt wird, erfolgt die penible Fehleranalyse. Die Funktionen (Gesperr, Hemmung, Schlagwerk, etc.) werden überprüft und der Zustand der einzelnen Werkteile wird für die spätere Reparatur dokumentiert.

7. Reinigung der Werksteile

Alle Teile des Uhrwerks werden über Nacht in spezielle Reinigungsmittel gelegt. Im Anschluss werden alle Teile (bis auf die Zugfedern!) bei 70° Celsius im Ultraschallbad von den verharzten Ölen und Fetten gelöst.

8. Gehäuseaufarbeitung

Die gereinigten Gehäuseteile werden nun aufgearbeitet. Alle metallischen Teile werden poliert, satiniert, ggf. gebläut und lackiert. Holzteile werden schonend mit Ölen behandelt, Holzwurmlöcher werden verschlossen. Schellackpolierte Oberflächen werden nachgearbeitet.

9. Montage des Gehäuses

Im Anschluss wird das Gehäuse zusammengebaut. Gläser werden ggf. mit UV-Kleber befestigt oder eingekittet. Stark abgenutzte Schrauben werden durch passende und restaurierte Schrauben ersetzt. Alle Ersatzteile werden sorgfältig ausgewählt oder angfertigt!

10. Polieren der Zapfen

Die Räder stehen über Jahrzehnte, ja manchmal sogar über Jahrhunderte unter starkem Druck. Das macht sich gerade an den Zapfen bemerkbar. Um die höchste Ganggenauigkeit zu erreichen polieren wir alle Zapfen gründlich.

11. Vormontage des Uhrwerks

Um die Eingriffe der Räder in die Triebe und das Lagerspiel zu überprüfen, wird das Räderwerk nun zusammengesetzt. Vorweg werden alle Zähne der Räder und Triebe kontrolliert und ggf. korrigiert. Sofern Hohltriebe vorhanden sind, werden abgenutzte Triebstifte durch Tamponstahl ersetzt.

12. Zapfenlagerung herstellen

Auch an den Lagern macht sich die starke Abnutzung bemerkbar. Durch die hohe Kraftauswirkung nutzt sich das Material ab, was zumeist an ovalen Lagerlöcher erkennbar ist. Demzufolge verändert sich die Achsensymmetrie – der Eingriff von Rad in Trieb verändert sich und es geht Kraft verloren.
Wir ersetzten alle defekten Lager durch Hartmessing- oder Bronzelager.

13. Kontrolle der Federhäuser

Auch die Lager der Federhäuser werden korrigiert und durch Bronzelager ersetzt. Vorweg polieren wir die Zapfen der Federkerne und arbeiten Vierkant auf.

14. Kontrolle der Aufzugfedern

Uhren werden oft „überzogen“. In diesem Fall setzten wir das Federloch nach oder ersetzten die Feder durch eine Neue.

15. Instandsetzen der Hemmung

Das Bauteil, welches zu jedem Moment in Bewegung ist, ist die Hemmung. Sie besteht aus dem Ankerrad (oder auch Hemmrad gennant) und dem Anker. Da auch hier eine starke Abnutzung der Reibeflächen vorliegt, werden die Ankerpaletten neu angeschliffen und auf Hochglanz poliert. Das Anschleifen der Paletten muss unbedingt im richtigen Winkel geschehen.

16. Kontrolle des Schlagwerks

Die Hebel, Stifte und Federn welche für die Auslösung und Funktion des Schlagwerks relevant sind, werden konrtolliert. Oft müssen Hebel neu vernietet und Stifte ersetzt werden.

17. Funktionskontrolle

Das Uhrwerk wird zusammengebaut und alle Funktionen werden überprüft. Wir lassen die Uhrwerke nun zwei bis drei Tage laufen. Anschließend wird das Uhrwerk wieder zerlegt.

18. Aufarbeitung der Stahlteile

Alle Hebel, Federn, Bolzen, Zeiger und Schrauben werden nun instandgesetzt, poliert, satiniert und ggf. gebläut.

19. Aufarbeitung der Werksteile

Die Teile werden vorsichtig von Hand poliert, satiniert und angliert.

20. Letzte Reinigung aller Teile

Nun werden alle Werkteile ein weiteres Mal im Ultraschallgerät und anschließend von Hand gereinigt.

21. Montage der Federhäuser

Die Aufzugfedern werden in die Federhäuser „gewunden“ und die Federkerne werden eingesetzt. Um zu überprüfen ob die Federn am inneren- und äußeren Befestigunshaken richtig sitzen, wird das Federhaus verschloßen und von Hand aufgzogen. Sofern die Feder hält, wird das Federhaus nochmals geöffnet und die Feder geölt.

22. Montage des Uhrwerks

Alle Teile werden nun an ihren Platz gesetzt. Die Räder des Schlagwerks werden bereits so positioniert, dass diese korrekt sitzen. Nachdem alle Räder und Hebel zwischen den Platinen sitzen, werden die Zapfen/Lager geölt. Es ist darauf zu achten, dass die richtige Menge und vorallem nicht zu viel Öl verwendet wird.

23. Einstellung

Die Hemmung wird ggf. neu justiert, das Schlagwerk und alle anderen Funktionen werden eingestellt.

24. Ölen und Fetten

Das Ölen und Fetten der Uhren ist hinsichtlich der Funktionalität und deren Haltbarkeit ein wichtiger Punkt. In unseren Werkstätten nutzen wir ausschließlich die hochwertigsten Schmierstoffe.

25. Montage von Zifferblatt und Zeiger

26. Einbau des Uhrwerks in das Gehäuse

27. Prüfung der Ganggenauigkeit / Reglage

Um die Funktion des Schlagwerks (evtl. auch des Kalendariums) und die Gangenauigkeit zu gewährleisten, überprüfen und regulieren wir jede Uhr über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen täglich.

28. Endkontrolle

Nach erfolgreicher Reglage wird die Uhr ein letztes Mal von unseren Uhrmachern geprüft. Anschließend informieren wir Sie über die Fertigstellung und vereinbaren einen Termin für die Abholung oder Auslieferung der Uhr.

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